Röhrenendstufe EL3N

Eine Röhrenendstufe?

Ohne hier eine Grundsatzdiskussion ins Rollen zu bringen: ich höre auch gerne mit diesen feinen alten Röhren, die ihren ureigenen Charme haben.

Wie fing alles an:
meine Lieblingsbeschäftigung als kleiner Junge am Samstagnachmittag (noch kein Fernseher im Haus!!) war das Lauschen der Liveübertragung der Bundesligaspiele.

Gemütlich vor einem Saba Freiburg liegend lauschte ich den begeisterten Reportern. Und dabei prägte sich ein Klangbild ein, dass ich nach 50 Jahren wiederentdeckte: die sogenannten Greencones.

Ein Freund brachte mich vor einigen Jahren in Kontakt mit Freunden dieser Technik und ein Hörbesuch im Winter 2005 hinterliess bleibenden Eindruck:
an einer Röhrenkette lief besagter Greencone mit einem Hochtöner hinter einer kleinen Kette feiner selbstgebauter Röhrengeräte.
Der Betreiber hat hierzu eine herausragend gute Seite ins Netz gestellt, die nur wärmstens empfehlen kann – “Der Audionist” von Michael Münch.

Aus dem Kontakt ist eine Freundschaft geworden und meine Begeisterung für diese Art der Technik ist jung und frisch geblieben.

Ich werde nicht auf Schaltungsdetails eingehen, aber den Bau illustrieren.

Also fange ich mit der Endstufe an:

hierkommt als Endröhre eine Phillips EL3N zum Zug,
als Treiberröhre eine Röhre aus der Familie der Gattung 5654.

Schaltplan und viele praktische Tips stellten mir meine Röhrenfreunde zur Verfügung und ermutigten mich, so ein Projekt umzusetzen.

Vieles war neu: Ausgangsübertrager, Kerntechniken, Heizung der Röhren, Netzteikonzepte,.…….ganz anders als aus der wohlvertrauten Transistortechnik.

 

Die Schaltung habe ich nach anfänglicher Freiverdrahtung dann auf eine selbstgefräste Platine gepackt, so dass der Aufbau und die mechanische Einrichtung kompakt und gut von statten gingen.

Hier ein Bild des Platinenlayouts mit und ohne Bestückung.

EL3N DSC7733

Der mechanische Aufbau stellt ganz andere Anforderungen, die Positionierung “strahlungsrelevanter Bauteile” ist sehr wichtig.

Hier habe ich experimentiert und die Netzteilgruppe mit 2 Transformatoren an die Vorderfront “gehängt”, dazwischen das Netzteil und 2 gewaltige, liegende Speicherkondensatoren.

Die Verdrahtung erfolgte selbstredend mit Aderendhülsen und sehr sorgfältig. Immerhin sind hier Spannungen bis 300V “unterwegs”.

 

EL3N DSC7736

Auf dem rechten Bild erkennt man vorne die Trafos (Philbert Typen), dahinter in den Kammern liegend die grossen Kondensatoren.

Die Platinen sind in Metallkäfigen geschirmt untergebracht, die Sockel der EL3N kommen auf eine eigene tragende und schirmende Platte.

An der Rückseite dann simple Cinch Eingänge, 2 Lautsprecher Ausgänge, einen zentralen Massepunkt und die Spannungseinspeisung mit Neutrikbuchsen.

Der Einschalter liegt an der Front.

 

Damit das Ganze einen eigenen Charme bekam, habe ich das MDF Grundchassis mit Mahagoni verkleidet und mit EL3N DSC7744einigen Holzbearbeitungstricks auf optischen Hochglanz gebracht.

Als Ausgangsmaterial musste eine Sammlung alter Treppenstufen herhalten.

Der Aufbau hat viel Spass gemacht und lief auf Anhieb brumm- und rauschfrei!!

Es ist einfach anmutig, wenn im Halbdunkel die Röhren glimmen und ein warmer musikalischer Klang aus den alten Röhren und Lautsprechern zu vernehmen ist.

Den Aufbau des Vorverstärkers, der RIAA Vorstufe und der Greencones werde ich getrennt schildern.

Und da dem Ganzen ein modifiziertes Schaltungskonzept zugrunde lag bekam das gute Stück einen eigenen Namen: EL3N-Hochstromendstufe nach gw

EL3N DSC7735

EL3N DSC7761

interessante links: “der Audionist von Michael Münch”