Studer A807 MkII – Neuaufbau Studer und Einmessung Teil 6

Neuaufbau und Einmessung schliessen das Projekt ab, bevor noch das Fazit in Teil 7 kommt.
Neuaufbau in so fern, dass die Potentiometer des VU-Teils verbaut werden und gescheite Potentiometer Knöpfe her müssen.
Neue Einmessung? Da bin ich gespannt, ob das notwendig ist, und wie das funktioniert. Denn der Vorgang unterscheidet sich ja von allen Revox und Studer Modellen.

Neuaufbau
Studer A807 MkII Kabelbaum
….Eingang des orangefarbenen Potentiometer-Eingangs – das Trimmpoti regelt des Mic-Level

Zunächst mussten die Kabel konfektioniert werden, die von den Audiokarten zu den Potentiometern ziehen. Eine Sache, die ich immer noch ungerne mache.

Unsicher, ob ungeschirmtes Kabel verwendet werden darf, habe ich mich erst mal für eng verdilltes ungeschirmtes Kabel entschieden, da es in der VU-Bridge auch so realisiert ist – und falls doch getauscht weden muss, wäre dies unkompliziert.

Studer A807 Neuaufbau line in
….ms-vint-audio verdillte Kabel neben Studer verdrillten Kabeln….

Und dann geht es an die Potentiometersuche und den anschliessenden Einbau. Da war viel Zufall mit im Spiel.
Schliesslich wurden es genau die richtigen Werte (5kOhm log.), die richtigen Abmessungen und die korrekte Achsenlänge.

…neubeschaffte und verlötete Potentiometer – natürlich Monoausführung
……Montage auf der Innenseite, Mikrofoneingang als ‚Dummy‘
….das passt super genau, sogar die Rutschsicherung verhakt sich
…..der kleine Steg verhindert das Verdrehen
…das erweiterte Commandboard aufsetzen
….passgenaue Zentrierung der Potiachsen
….Knöpfe drauf und FERTIG!!

Und dann biete sich die Maschine auf Grund ihres wirklich durchdachten Konzeptes an, mit einem zweiten Ausgangsterminal versehen zu werden, um beispielsweise ein RTW-Peakmeter direkt anzuschliessen.

Nimmt man auf der Oberseite eine der Abdeckplatten ab, so findet sich für den Soforteinbau von Neutrikbuchsen Aussschnitte, Bohrungen und Gewinde!! Das ist überragend vorgedacht!

Studer A807 Terminal
…Peakmeter-Ausgang neben Line-Ausgang

Bandzug Sensor Probleme

Nachdem praktisch alles wieder zurück gebaut war, zeigte sich immer noch das eingangs erwähnte Zappeln der Bandzugwaage links.

Trotz sorgfältiger Reinigung aller beweglichen Teile incl. Sensorrolle, Stossdämpfer und Mechanik, zappelte die Bandspannung beim Umschalten der Geschwindigkeiten.

Das Nachmessen der Sollspannungen auf der kleinen Bandzugsensor-Platine (0V in Ruhe – 4,0V bei maximaler Auslenkung) stimmten nicht mehr. Also Justage exakt auf die Sollwerte.

Trotzdem war das Ergebnis nicht stabil.

…Tausch der 3 22uF Elko’s und alles war gut

Erst der Tausch der 3 Elko’s (22uF) und erneute Justage brachte die angestrebte Ruhe.
Jetzt steht der Bandzugsensor wie ‚festgemeisselt‘.

…sorgfältig gereinigter Stossdämpfer – blau gesicherte Schrauben (Nagellack meiner Frau)

Einmessung

Hierzu gibt es von Philip van der Matten ein ausgezeichnetes pdf Dokument, an dem entlang man die Maschine justieren und einmessen kann.

– erster Schritt ist die Entmagnetisierung der Köpfe und des gesamten Kopfblockes nach Reinigung derselben. Dann erfolgt der ‚mechanische Abgleich der Bandzüge‘ wie im pdf Dokument beschrieben (Seite 4).
Hierzu ein Tips aus eigener Erfahrung:
vor Abgleich des Shuttle-Betriebs kontrollieren, dass das Potentiometer hinter dem Shuttlerad in Mittelstellung (2,5k ohne Anschluss) steht. Es kann nämlich dejustiert sein.
Zur Nachjustage die Inbusschraube auf der Achse sitzend lösen, und mit Multimeter das Potentiometer nach Fixieren des Shuttlerades in Mittelstellung bringen.
Danach dann der Abgleich mit dem Trimmer an der Frontplatte.

– zunachst erfolgt der Abgleich des line-Ausgangs (line level) mittels Trimmpotentiometer auf den Audioplatinen. Diese Potentiometer sind ohne Ausbau der Karten an der Oberkante gut erreichbar.
Mittels Signalgenerator wird ein 1kHz Signal mit 0dB (775mV) bei geöffneten ‚uncal‘ Ein- und Ausgängen OHNE LAST AM AUSGANG eingespeist und am Ausgang gemessen.

– dann erfolgt die Wiedergabe eines Bezugsbandes. Sollte dies nicht mit 510nWb/m bespielt sein, gibt es einen Rechner, mit dem auch weniger ‚gesättigte‘ Bezugsbänder genutzt werden können.
Die hier vorhandenen Bänder sind mit 257nWb/m gefahren worden, also nach dem Rechenergebnis -6dB unter Bezugspegel.

Die weiteren Schritte der Einmessung sind dem pdf-file zu entnehmen.
Um die Maschine auf zwei Bänder einzumessen, habe ich die Hardwarejumper so gesetzt, dass die CCIR Taste der Einmessung des LPR35 dienst und die NAB-Taste dem LPR50.
Sinnvollerweise sollte man die HEX Werte dokumentieren, falls das EEprom einmal gelöscht worden wäre, oder der grosse 10.000uF Netzteilkondensator seinen Betrieb einstellt….

Studer A807 Einmessprotokoll
…..Studer A807 Einmessprotokoll… aus dem SM

Einmal die ganze Geschichte abgearbeitet, geht es wirklich innerhalb weniger Minuten, die Maschine auf neues Material einzumessen, oder die Einmessparamter zu kontrollieren.

Das Ergebnis nach Einmessung und das Gesamtfazit folgt im Teil 7.

Visited 56 times, 2 visit(s) today