Das Bessere ist manchmal der Feind des Guten. So auch der Punktsauger!

Seit Jahren steht eine gut lauffähige Maschine neben meiner Ultraschallreinigung.
Aber: gross, laut, optisch nicht so ansprechend, schwer.........

Also Grund genug mal wieder in die Grabbelkiste zu schauen und Reste zu verwerten.

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 ........Plattenwaschmaschine in die Anlage im Arbeitszimmer integriert....

Was war das Ziel?

- klein und leicht

- leise

- einfach zu bedienen mit Display Information

- optisch ansprechend

- Modifikation der Absauggeschwindigkeit im Bereich der Einlaufrille

- Auswahl verschiedener Waschprogramme....

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Also ging es wieder an das Gehäusebauen und Programmieren.

Was ist das Ausgangsmaterial?

- 1 entkerntes Plattenspielgrundchassis mit montierten "Tonarm" (Dual 704) - man verzeihe mir das Sakrileg, ich mag die DUAL - egal welcher Antriebsart - sehr, aber das war aus einem nicht zu restaurierenden Plattenspieler)

- 1 kräftiger Motor samt Elektronik (EDS 500)

- 1 Minikompressor mit 24V Netzteil (ca. 80€)

- 1 5V Schaltnetzteil (15 €)

- 1 Atmega 2560 (man braucht mehr Analogports als nano und Konsorten vorhalten) (13 €)

- 1 I2C fähiges Display 16 x 2 (3 €)

- 1 ´Funduino Motorshield (5€)

- 2 Relaiskarten (7€)

- 2 Vandalismustaster (10€)

- 1 17S Nema Stepper mit Getrieb (50:1 untersetzt) (25 €)

- 1 Joghurtglas als Abscheidegefäß (Almighurt Glas)

- 2 Fahrradventile samt Gummidichtung

- Schlauchmaterial (Infusionsschlauchg, Gardena Mikrodipschlauch)

- 1 USB Buchse extern

- 1 220V Buchse

Aufbau:

Die Grundfläche gibt das Dualchassis vor, die Höhe das Joghurtglas.

PWM V5 Dateiname 2Nachdem das festlag, wurde die Komponenten alle positioniert und fest verbaut, der Kompressor (besser Vakuumpumpe) auf Dämm-Material.

PWM V5 Dateiname

Im Frontbereich dann der Mega mit Huckepackplatine als Motorshield für den Stepper.

Das Auffanggefäss und den Fadenhalter habe ich diesem zwecks einfacher optischer Kontrolle auf der Rückseite angebracht.

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...die Fadenabrollung erfolgt alle paar Platten händisch, das Auffanggefäss ist schnell geleert

2 Dinge benötigen ein besonderes Augenmerk:

Der DUAL muss unverrückbar und reproduzierbar montiert werden. Das habe ich mit umlaufenden innenliegenden Leisten realisiert, in die ich an den alten Transportschraubenöffnungen Rampa M4 Muffen eingelassen habe.
Ebenso unverrückbar und exakt zentriert muss der Mikrostepper mit der Magnetkupplung unter dem Tonarm montiert werden.
Stehen Stepper und Zentrum der Tonarmgabel nicht exakt übereinander, spinnt die Magnetkupplung.
Die Aufnahme des Tonarmes und Montage des Steppers erkläre ich hier aus einer mail an einen Freund:


1. beim Aufbau muss das Dualchassis unverrückbar und reproduzierbar montiert werden, am besten mit Rampamuffen und M4 Schrauben an den alten Verriegelungsstellen.
Damit ist der erste Bezugpunkt festgelegt.
2. Der Dual Tonarm wird entkernt und "lose" in die Vorrichtung zurückgebaut
Für die Gabel habe ich einen einfachen Adapter gebaut, den ich Dir dann fräsen werde.

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Dieser Adapater MUSS Senkrecht unter dem Tonarm hängen
....der Adapter besteht aus einem Führungsloch für den längeren Gabelanteil und einem aufgebohrten M4 Distanzhülsenstück, dass den kürzeren Gabelanteil mitnimm
...hier der erste Trockenversuch, der aber zu hoch aufbaute.....
...und hier die finale Lösung (unten hängend der Tellermagnet fest verschraubt)

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3. Am den Stepper muss zentrisch ein - oder - mehrere Gegenmagnete geklebt werden, oder besser Du schneidest in die Achse zentral ein M3 Gewinde und schraubst den Tellermagneten fest.
4. Wie bekommt man nun den Stepper exakt senkrecht unter die Adapterplatte des Tonarm??
Eine weitere Adapterplatte!!

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Ich habe ja hinten einen Zwischenboden gezogen, damit die Elektronik so oder so trocken bleibt.
An die Position des Steppers habe ich ein wesentlich grösseres Loch mit einem Forsterbohrer gebohrt.
Darin lässt sich der Steppermotor in X und Y-Richtung schieben.
Die Adapterplatte 2 wird dann lose auf den Zwischenboden aufgelegt, und der Stepper erstmal mit kurzen M3 Schrauben gegen die Adapterplatte geschraubt  -sozusagen angehoben!!
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PWM V5 DSC08945. Justage:
Das Dualchassis wird aufgelegt und FEST VERSCHRAUBT. Das ist UNBEDINGTE Voraussetzung für eine passgenaue Montage
Damit gibt der Magnet der Adapterplatte die Richtung vor.
Bei geöffneter Rückwand schiebst Du den Stepper so lange hin und her, bis er EXAKT lotrecht unter dem Magneten des Tonarms steht.

PWM V5 DSC0880 Bleibt etwas Luft, wird ein weiterer Magnet dazwischen geklebt (Sekundenkleber).
Dadurch, dass der Tonarm in der Höhe NICHT fixiert ist, passt er sich im Bereich +- 10 mm der Magnethöhe des Steppers an.


Mit dieser Konstruktion läuft das Ganze FABELHAFT.
Ich habe nur noch wenige Parameter in der Software geändert (Anhang), so das jetzt alles toll klappt.

Einlaufrillen und folgende 3 cm werden 3 Mal abgesaugt.das Teil ist klein, LEISE und leicht! Also gut zu handeln!!

Programmierung:

Die gesamte Software läuft auf dem Mega2560, da mehr Analogports benötigt werden, als die "kleinen" Arduinos vorhalten.
Es gibt 2 Module:
Das Waschprogramm bietet 5 Programme mit wechselnden Vor-/Rücklauf.

Das Trocknungsprogramm macht folgendes:

- Anwerfen des Hauptmotors
- rasches Einschwenken des Tonarms bis zum Label
- langsames Ausschwenken in 5 langsamer werdenden Schwenkgeschwindigkeiten
- 3 maliges Absaugen der Einlaufrille und der ersten 1cm des Platte
- Einschwenken in die Ruhepostion

Bedienung:

1. Linke Taste Waschprogramm, durch mehrfaches Drücken sind 5 Waschprogramme wählbar
2. Rechte Taste Trockenprogramm
3. Kippschalter Reset
Das Display zeigt alle Optionen und Schritte an

Ergebnis:

- Die Platten werden dank der längeren Waschprogramme sehr sauber, wozu aber auch die spezielle Bürste einen erheblichen Teil beiträgt.

- das kleine "Miststück" von Vakuumpumpe ist einfach nur genial. Leise und kraftvoll!!

- die Absaugung erfolgt präzise

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....das mit einem Kugellager beschwerte Headshell und die Teflonspitze aus dem Lötzubehör ;-) und der Infusionsschlauch

- die Verlangsamung der Einschwenkgeschwindigkeit macht sich mit erheblich(!!!) saubereren Platten im Aussenbereich bemerkbar

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........die Auflauframpe ergänzt die ursprüngliche Ruheposition des Tonarmes

- die Einlaufrille knistert nicht mehr

- die Platten werden vollständig trocken

 Dortmund, 14.2.2019