Das neue Jahr 2026 ist eingeläutet!
Alles Gute an die Leser dieser Seiten – verbunden mit dem Wunsch um Gesundheit, inneren und äußeren Frieden und der Fähigkeit, Gutes zu bewahren. Und das ist im philosophischen Denken wie im praktischen Handeln gemeint.
Ein altes Telefunken Studio Gerät – hier die V69a Endstufe – wohnzimmertauglich zu machen, klingt erst einmal verwegen, aber vielleicht regt das Projekt zum Nachahmen und Nachdenken an.
Über die technischen Hintergründe brauche ich nicht viel Worte zu verlieren, da ich den Wiederaufbau dieses uralten Telefunken Studio V69a Monoendverstärkers bereits dokumentiert hatte.
Fehler im Erstaufbau
Als blutiger ‚Röhren-Anfänger‘ hatte ich mich gleich an ein Projekt gewagt, das im Rückblick (2017!!) einige Nummern zu gross war.
Folgende Fehler waren unterlaufen und liessen im Hörvergleich diese V69a immer an dritter oder vierter Stelle im Vergleich mit den Konkurrenten stehen.
Aber die Zeit lässt Fehler und Wunden erkennen:
- keine saubere sternförmige Masseführung
- Übersehen der Heizungsführung (einseitig auf Masse)
- fehlender Bypasskondensator am Biasinstrument
- nicht korrekte Signalführung am Übertrager
- Tausch bipolarer Kondensatoren (Ursprung gegen WIMA-Folien)
- ……..
Das war passiert, aber nicht ‚unkorrigierbar‘.
Material
Meine Frau hat ein feines Händchen für Gestaltung, Holz und diverse andere Materialien.
Deshalb war die ‚Blechkiste‘ ein geduldetes NoGo.
Es musste in der Materialwahl sensibel gewerkelt werden, sonst wäre das Projekt erneut für Dachboden oder Kellerraum bestimmt gewesen.
Die Wahl fiel auf Eiche als Werkstoff, Alu-Dibond, und Acrylglas.
Das Eichenbrett gab es im Bauhaus(!!), 120 x 30 x 2,8 cm als Massivbrett in wirklich guter Qualität.
Aludibond habe ich immer im Format 30 x 40cm liegen, und das Acrylglas findet sich als ‚Einlegematerial‘ zunehmend häufiger in den Geräteaufbauten, da es dankbar zu fräsen und schön anzusehen ist.
Freiverdrahtung
Das gesamte Gerät ist – bis auf die Standbyschaltung und 12V Versorgung der Aussteuerungsinstrumente freiverdrahtet.

Bei Pollin sind entsprechende Pertinaxplatten mit Lötösen für kleinstes Geld zu bekommen.
Auch die silikonummantelten Litzen habe ich dort bezogen. Sie lassen sich excellent löten und verdrillen.
Besonderer Wert wurde auf eine konsequente sternförmige Masseverdrahtung gelegt, die auf den Minusanschluss des zweiten Ladekondensators geführt ist.

In alten Röhrenfachbüchern wird immer wieder auf die strikte Trennung von Signal – Heizung – Spannungsführung verwiesen (Diciol).
Dieses mal wurde es konsequent umgesetzt:


Wesentliche Bedienelemente sind auf die Dibondplatte nach aussen geführt:
- Anschlüsse für die Messung der Gittervorspannung der F2a11

Messpunkte für die Gittervorspannung der F2a11 - Symmetrierregler im Vorstufenbereich
- Bias-Regler

….. Bias-Regler an der Gleichrichterröhre - Ein/Ausschalter
- Eingangspotentiometer (Frontplatte)
- rückseitig Stromanschluss, XLR, Cinch, Schalter für SE Betrieb, Lautsprecherterminal

Gehäuse
Das noch berindete massive Eichenbrett würde besäumt, auf 9cm Breite gebracht und dann auf Gehrung massgenau geschnitten.
Auslässe für die Biasinstrumente oder die rückseitige Anschlussplatte wurden gefräst.

Die Profilierung des Holzes erfolgte mit einer kleinen stationären Fräse (alte Festo Handfräse im stationären Kopfbetrieb) und Abrundfräsern.
Zuvor wurde mit 5mm Abstand eine umlaufende innere Nut geschnitten, in die die tragende Dibondplatte von der Rückseite einfach eingeschoben wird.
Die Dibondplatte trägt alle sichtbaren Teile, auch den 20kg schweren Ausgangsübertrager. Zur Versteifung wurde eine 20x20mm Auluprofilleiste in zweifacher Ausführung von unten verschraubt.
Einzig die Anodenstromdrossel wurde auf die Rückseite verbannt.

In der Mitte des gesamten Gerätes ‚thront‘ der riesige legendäre Ausgangsübertrager, der auf 16 Ohm Ausgangsimpedanz geschaltet ist.

Ergebnis
Natürlich wartet der Leser auf den immer abschliessenden Höreindruck.
Es ist ein Projekt zwischen den Jahren gewesen, ausnahmsweise richtig kaltes Winterwetter.
Rein in die kalte Werkstatt (Reif auf den Metallteilen der alten Maschinen!!), und schnell wieder ins Warme.
Das Musikhören mit den nun perfekt laufenden V69a ist wie das ‚Einmummeln‘ in eine Decke:
warm, wohlig, entspannend – angekommen!!
Oder technisch ausgedrückt:
kein Brumm (an 100 dB Schallwandler), leises Rauschen wie fallender Schnee, K-Werte im angenehmen Bereich……




Ein frohes Neues Jahr 2026!!