XONO – Klangbeurteilung der neuen 2019er Version von rstaudio

Für die Leser, die als erstes das Ergebnis der neuen 2019er XONO von rstaudio wissen möchten, habe ich nach 1 Woche intensiven Hörens die Klangeindrücke zusammengefasst.
Diese XONO kann ich gut mit den Vorgängern vergleichen, da es bereits die 4. Version einer XONO ist, die ich gebaut habe.

  • Erstens:
    die Xono2019 ist völlig still. Kein hörbares Rauschen, absolut kein Brumm, „schwarze Ruhe“.
  • Zweitens:
    die Bedienung ist intuitiv, auch mit der einfachen Fernbedienung. So kann die Bedienung am Hörplatz erfolgen, und das Umschalten von Anpassungsparametern hörend vorgenommen werden.

Und beim “Querbeethören” die ersten Spontaneindrücke:

  • der Hintergrund ist schwärzer, tiefer
  • es erscheinen mehr kleine Details, ohne das Klangbild zu zerreissen, die Räumlichkeit gewinnt noch mal, vor allem in Breite und Tiefe
  • der Bass scheint noch etwas kontrollierter und “abgründiger”
  • gute Laufwerke zeigen noch mehr, was sie können. Diese Vorstufe kitzelt weiteres Potential heraus
Bilanz nach 7 Tagen intensiven Hörens und Testens
2.10.2020 (Schneidkennlinien)

Die Xono2019 spielt sich ein. 24h Dauerbetrieb bei geschlossenen Deckel lassen den Ruhestrom steigen, so dass um ca. 20mV heruntergeregelt werden muss.
**********
Bei längeren Hören interessiert mich die Wirkung der unterschiedlich einstellbaren Schneidkennlinien.

RIAA


Dazu kamen erst einmal einige Decca ffs Aufnahmen auf den Teller.
RIAA Betrieb liess die alten Aufnahmen im Decca-T Modus sehr angenehm klingen (Dvorak, “Aus der neuen Welt”Kertecz; Sibelius “Finlandia”; deFallia,………).
Aber mit dem Umschalten auf die Decca Kennlinie offenbarte sich die Qualität dieser ohnehin wunderbaren Aufnahmen erst richtig.
Die Kesselpauken, Trommeln kamen viel natürlicher, die Differenzierung der Streichergruppen gelang besser, die vorher etwas dumpf klingenden Kontrabässe kamen frisch und deutlich; insgesamt “sortierten” sich die Aufnahmen.
Es fand eine Aufhellung ohne hörbare Anhebung der Höhen statt. Ein toller Effekt!
Die Wirkung war mit DGG Aufnahmen im Teldec Modus ähnlich, und ich kannte das Phänomen ja schon von der EMT139 Replik. Aber die XONO2019 macht es noch etwas präziser und räumlicher.
Das Violinkonzert von M.Bruch mit Oistrach läuft zur Hochform auf, sehr feine Staffelung des Orchsters, vor allem im 2.Satz. Stellenweise hält man die Luft an, so authentisch kommt die Musik (habe selber Streichinstrument gespielt)

3.10.2020 (MC-Anpassung)

Das ist keine neue Geschichte, auch die SXONO hält diese Option vor. Aber auch hier ist die XONO2019 etwas besser.
Vielleicht liegt es an den wesentlich kürzeren Umschaltzeiten oder etwas anderen.

Aber beim Betrieb der SPU Systeme – die ja alle einen sehr kleinen Innenwiderstand um ca. 7 Ohm haben – verändert sich der Höreindruck merklich. Je näher es an die 70 Ohm Grenze als Abschlusswiderstand in der Xono2019 geht, um so geschlossener wirkt das Klangbild.
Frauenstimmen (Diana Krall, Barbara Streisand, Eva Cassedy) rücken etwas aus dem Gesamtgeschehen hervor, Details werden deutlicher. Alles Nuancen – aber hörbar.
*********
Das gleiche mit der MM Anpassung.

Ich verwende durchaus 2-4m hochwertiges Phonokabel zwischen Übertrager (SPU) und MM Eingang. Da der MM Eingang relativ empfindlich auf Kabelkapazitäten reagiert, war das Spiel mit den Abschlusskapazitäten interessant.
Ja, auch hier stellt sich ein positiver Höreffekt ein. Mehr Transparenz.
*********
Lasse ich das Royal N am Übertrager gegen den Direktbetrieb am MC Eingang antreten, so gewinnt derzeit noch der Übertrager. Am MC Eingang klingt es leicht nervös, mit Picatronübertrager oder Haufe im MM Betrieb hingegen überragend musikalisch. Mal schauen, ob sich das mit der Zeit ändert. Noch hat sie ja erst 50 Stunden Betriebsdauer….

3.10.2020 - Teil 2 (Überraschnung TSD15)


das EMT TSD 15 gilt eigentlich als ein System, dass einen EMT Übertrager verlangt. So habe ich es bisher auch betrieben.
Aber: die Xono2019 kann es besser! Mit 249Ohm Abschlusswiderstand klingt es luftiger und offener – einfach ein bisschen besser!

5.10.2020 (SPU Royal N)



Also den Abschlusswiderstand auf 71 Ohm verändert und jetzt passt es super. Die Nervosität aus dem Klang ist raus, und es spielt mindestens ebenbürtig mit dem Picatron Übertrager, der bisher der optimale Anschluss war.
Ansonsten merkt man das “Einspielverhalten”. Mit jedem Tag – bei durchlaufenden Betrieb – wird das Bild offener und musikalischer, als es schon am Anfang war.
Eine tolle Phono-Vorstufe!!

6.10.2020 (Vergleich XONO2019-SXONO-EMT139)

Alle drei Vorstufe liegen nahe beieinander, jede mit ihren spezifischen Vorteilen.
Klanglich hat die XONO2019 aber die Nase klar vorne.
Ich denke, dass es die Freiheit von Koppelkondesatoren, ein besseres Schneidlinienkonzept und die optimierte Stromversorgung ist.

Im Vergleich ist die EMT139 nicht schlecht (vor allem unter Berücksichtigung des Aufwandes), aber die XONO2019 löst die Schneidlinien präziser und komplexer auf.
Darüber hinaus ist der Vergleich Transistor/Röhre mit Bedacht zu führen, da die Konzepte sehr unterschiedlich sind.
Aber die EMT wird – schon alleine aus historischen Gründen – ihren Platz behalten.

Der Vorteil der SXONO ist weiterhin die Wahl mehrerer Eingänge. Da hat sie die Nase vorn. Also die Vorstufe für Besitzer mehrerer Laufwerke und/oder Arme

Aber klanglich reichen beide nicht an die Neue 2019er heran.

Müsste ich eine Reihenfolge wählen, so sähe sie so aus

Sieger nach Punkten und Klang: XONO2019
EMT139 Replik: klanglich prima, deutlich geringster Bauaufwand
– die SXONO erhält den dritten Platz, da sie mit hohen Bauaufwand klanglich mit der EMT nahezu gleichauf ist

Die XONO2019 ist das Beste,
was ich bisher an Phonovorstufen gehört habe.
Die Unterschiede sind nicht frappierend,
überraschen aber im Detail!
Das hatte ich so nicht erwartet – und das bereits nach wenigen Stunden als Ersteindruck!
Die XONO hat sich selber Konkurrenz gemacht!