Studer A807 MkII – Restauration – VU-Meter Nachrüstung – Teil 1

Wer auf den Seiten stöbert, bemerkt schnell die Begeisterung des Schreibers für Bandmaschinen und dann speziell für Geräte der Marker Studer.
Die Studer A807 MkII war das letzte Model, das in den 90er Jahren das Werk verliess.
Kompakt, bedienfreundlich, eine Studiomaschine, die ca. 10.000 Mal verkauft wurde. Aber sie fehlte noch  in der Sammlung….

Dann war da kurz vor Weihnachten 2025 ein Treffen im Nachbarort, wo neben Musik hören auch viel geplaudert und ausgetauscht wurde (Hörtest Bergkamen). Und dort fiel die Bemerkung, dass ein ehemaliger Moderator eines im östlichen Ruhrgebiet sehr geschätzten Senders, sein – in den Ruhestand mitgenommenes – ‚Maschinchen‘ loswerden wollte.

Das hatte sich im Hinterstübchen festgesetzt und bei der gelegentlichen Suche bei Kleinanzeigen tauchte genau diese Maschine auf.
Der Preis war fair, alles andere sollte eine Besichtigung des Gerätes ergeben.

Daraus wurde ein stundenlanger Plausch, in dem der Besitzer mir einiges zur Maschine sagen konnte, aber noch viel mehr zu all dem, wie er zum Rundfunk kam, und aus 3 Monaten dann letzten Endes 33 Jahre(!!!) wurden.
Damit hatte die Maschine eine ‚Lebensgeschichte‘ und ich wusste: hier geht es um mehr, als um den Erwerb eines technischen Gerätes aus der Zeit vor Übergang in die ‚Digitalzeit‘.

Von 1992 an lief sie 10 Jahre im Rundfunkstudio, dann stand die Studer A807 MkII nur noch zu Dekozwecken. Sie durfte 15 Jahre lang ein Dornröschenschlaf schlafen….. Somit ein Kauf bei einem Vorbesitzer! 

Wie der Leser richtig vermutet: sie wurde gekauft – und das mit dem Gewinn eines sehr netten Kontaktes!!

Einleitung

Es ist ein grosses Projekt, um das es hier geht. Zu gross, um es in einen Blog zu packen, es wird der Übersichtlichkeit halber in mehrere Beiträge gegliedert.

Ausgangszustand

Studer A807 Bandrolle
…der Weichmacher war raus, die Rolle zerfallen

Schon bei der ersten Inaugenscheinnahme bemerkten der Besitzer und der Autor, dass das eine oder andere nicht mehr so recht wollte.
Die Bandberuhigungsrolle hatte sich ‚zerbröselt‘, der Elektronik hakelte, aber die Grundfunktionen waren okay.

Wichtig natürlich der Blick auf die Köpfe, deren Robustheit aber sprichwörtlich ist.

verschmutzer aber brauchbarer Schmetterlingskopf

3-4 MM Einschliff (Kopfspiegel); bei Schmetterlingsköpfen kein Problem, was auch spätere Messungen bewiesen. Es war halt 10 Jahre ein Arbeitspferd… Und bei den Köpfen zählt nicht nur das Bild sondern vor allem die Messung!

Der Zahn der Zeit hatte neben Staub auch sonst der Mascine etwas zugesetzt.

Schnittmaterial im Inneren der Maschine – echte Bandschnipsel

Also musste der grosse Waschgang geschaltet werden.
Glücklicherweise fiel der Blick auch auf den Spannungswähler: der stand auf 220V und wurde fix auf 240V korrigiert. Die Elektronik sollte ja nicht gleich gestresst werden.

Impressionen der Reinigung

Hier einige Bilder nach 5 Stunden zerlegen, putzen und Polieren:

…der gereinigte Kopfträgerblock
…mit Schmierseife und Alupoitur gereingte obere Deckplatte
…das geht schon ganz gut
Gereinigte und entmagnetisierte Köpfe
Studer A807 MkII
erster Probelauf auf dem OP-Tisch

Weiter geht es mit:

Technische Inspektion und Unterlagen